Kristi Tethong | 2025 | Kanada | Doc | 76’ | Tibetisch/Englisch mit engl. Untertiteln
Die schwindenden Erinnerungen eines Vaters und der Nachhall eines freien Tibets stehen im Mittelpunkt dieser intimen Familiengeschichte, die über einen Zeitraum von 20 Jahren dokumentiert wurde. Als der Dalai Lama 1959 über den Himalaya vor der chinesischen Besatzung floh, folgten ihm tausende Tibeter:innen nach Indien. Mehr als sechs Jahrzehnte später, als TC Tethong, ehemaliger Stellvertreter des Dalai Lama, beginnt, sein Gedächtnis zu verlieren, tauchen bemerkenswerte Familienarchive wieder auf. Sie erzählen von der hoffnungsvollen Liebesgeschichte zwischen TC und Judy, einer jungen kanadischen Freiwilligen, die sich dafür entschieden hatte, ein Leben an der Seite von Tibeter:innen im Exil aufzubauen. Ihr gemeinsames Engagement begann mit akuter humanitärer Arbeit und entwickelte sich zu einem Leben, das dem politischen Kampf für Tibet und der Bewahrung der tibetischen Identität gewidmet war.
Mit seltenen Gedanken des alternden Dalai Lama und bisher unveröffentlichten Filmaufnahmen einer jungen tibetischen Siedlung, die mitten im südindischen Dschungel gegründet wurde, verwebt der Film die Geschichte einer Familie mit der Geschichte der letzten Generation, die sich noch an ein freies Tibet erinnern kann. Während TCs Erinnerungen verblassen, offenbaren alte Fotos und Judys sorgfältig aufbewahrte Briefe die stillen, oft unsichtbaren Wege, auf denen Geschichte weitergegeben wird. In einem feinfühligen Wechselspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Verlust und Hoffnung ist Far From Home eine Erkundung von Liebe, Widerstandsfähigkeit und der Sehnsucht nach einer unerreichbaren Heimat. Kann das Erinnern selbst zu einem Akt des Widerstands werden, wenn eine Generation zu verschwinden beginnt?
Content Notes: Demenz, Tod eines Elternteils, Krieg und militärische Gewalt, Fluchterfahrungen
